Die
aufwendig beschnitzten Früchte und Gemüse, die in vielen
Restaurants die Tafel dekorieren, lassen Besucher stets
aufs neue staunen. Frühlingszwiebeln werden zu gelockten
Quasten und Chrysanthemen, Karotten und Chilischotten zu
Blumen, Tomaten zu Rosen. Entwickelt und gepflegt wurde
diese Kunst von den Palastdamen. Heute kennen die
meisten Thai die Grundkniffe, aber nur wenige bringen
die Geschicklichkeit und Hingabe auf, die ein Meister
benötigt.
Experten, die phantasievolle, perfekte Schnitzereien
fertigen sind hoch angesehen. Die Thai beherrschen die
Koch- und Dekorationskunst derart meisterhaft, dass für
die Kurse von Bangkoks Kochschulen internationale
Nachfrage besteht. Mit etwas Geduld und natürlich etwas
Talent lässt sich diese Kunst aber durchaus erlernen -
Übung macht den Meister...
Ursprung der Schnitzkunst
Früchte und
Gemüseschnitzen war schon im alten Siam als besondere
Kunstfertigkeit bekannt. In Thailand nennt man es Kae Sa
Luk. Auch in anderen asiatischen Ländern wird diese
Kunstform gepflegt; z.b. Japan, Korea und Sri Lanka. Die Anfänge
des Kunstschnitzen führen einem immer wieder zum Namen
Nang Nophamas die auch mit der Erfindung des
Loy-Krathong-Festes in Verbindung gebracht wird.
Vor etwa
700 Jahren in der
Sukhothai-Dynastie
soll die Dame Nang Nophamas gelebt haben und das Obst
und Gemüseschnitzen am Hofe eingeführt haben.
Werkzeuge
Die Werkzeuge, also die Grundausstattung zum Obst- und
Gemüseschnitzen, besteht aus einer Anzahl an
verschiedenen kleiner Tranchiermesser in
unterschiedlichen Grössen, die alle eine dünne, härtere
oder im Profil wellenförmige Klinge besitzen müssen und
teils rasiermesserscharf sind. Je nach Obst- oder
Gemüseart braucht man feinere oder härtere Messer.
Insgesamt gibt es 10-12 verschiedene spezielle
Tranchiermesser sowie 3-4 verschiedene
Entkerner.