Der Reis hat seinen Ursprung in China, er stammt aus dem
Mündungsdelta des Jangtsekiang Flusses. Vor 7000 Jahren
begann dort die unaufhaltsame, weltweite Erfolgsstory
des Rispengrases. Damals gelang es zum ersten mal die
Reispflanze zu kultivieren. Heute wird Reis in fast
jedem Erdteil angebaut. Die wichtigsten Anbaugebiete mit
über 90% der gesamten Weltproduktion liegen in Asien.
Allein China produziert jährlich ca. 190
Millionen t Reis.
Bis zu solchen Mammuternten legte der Reis allerdings
einen weiten Weg zurück. Er breitete sich erst 3000
Jahre nach seiner Entdeckung langsam über die
Sumpfgebiete im Süden Chinas bis nach Norden hin aus.
Wandernde Stämme brachten damals die Kunst des Reisbaus
in Regionen, die man heute Thailand, Birma, Kambodscha,
Vietnam und Malaysia nennt.
Wirtschaftsbasis
Reis ist seit jeher die Basis der thailändischen
Wirtschaft, und der Reisanbau ist immer noch die
Hauptbeschäftigung der Mehrheit aller ländlichen Bauern
in Thailand. Die fruchtbarsten Felder liegen in der
Zentralebene und dehnen sich bis zum Horizont an beiden
Seiten des Chao Phraya Flusses aus. Jede Region ist
abhängig von dem traditionellen Getreide.
Obwohl in vielen Gegenden des Landes zweimal, manchmal
auch dreimal im Jahr geerntet werden kann, beginnt die
Reisanbauzeit im Mai mit der königlichen Zeremonie des
Pflügens, einem uralten brahmanischen Ritual, das auf
dem Sanam Luang gegenüber dem Grossen Palast in Bangkok
abgehalten wird. Bei diesem farbenfrohen Ritual wird
symbolisch gepflügt und einige Reiskörner werden
ausgestreut, woraus sich dann eine Vorhersage über die
kommenden Regenfälle und Ernten ergibt.
Anbau
Bald darauf beginnt die harte Zeit des Pflügens, die mit
Hilfe der Wasserbüffel geleistet wird, welche von fast
jeder ländlichen Familie gehalten werden. In den meisten
Dörfern werden die Felder von allen Dorfbewohnern
gemeinsam bestellt. Diese Arbeit ist normalerweise bei
Beginn der Regenzeit Ende Mai beendet. Die Felder werden
durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem überflutet
und die Setzlinge von Hand gepflanzt. Auch bei dieser
Arbeit helfen alle mit.
Kurz darauf beginnen die Regenfälle und die nächsten
drei Monate haben die Reisbauern relativ wenig zu tun.
Sie müssen allerdings immer darauf achten, dass die Felder einen bestimmten
Wasserpegel aufweisen, und sie müssen die Felder vor
Vogelfrass und Schädlingen schützen. Während dieser Zeit
gehen viele junge Männer in die Klöster, um einen
traditionellen Schritt in Richtung Erwachsenwerden zu
tun.
Ernte
Ende November bzw. Anfang Dezember sind die Felder des
Nordens und der Zentralebene reif zum ernten. Wieder
strömen alle Dorfbewohner auf die Felder, wo vom frühen
Morgen bis zum Einbruch der Dunkelheit der Reis mit
Sicheln geschnitten wird. Nur eine kurze Mittagspause
unterbricht die Arbeit. Der geschnittene Reis wird auf
den Feldern ausgebreitet und einige Tage zum Trocknen
liegengelassen.
Dann wird der Reis gebündelt und nach Hause gebracht, wo
er gedroschen und durch Hochwerfen die Spreu vom Korn
getrennt wird. Diese Arbeit ist bis Januar geschafft, im
Süden dauert es etwas länger, da es hier zwei
Regenzeiten gibt.
Dieser Zyklus hat schon seit jeher das Leben der
Menschen hier bestimmt, und so ist es auch heute noch.
Der Besucher sollte es nicht versäumen, einen Blick auf
das echte Landleben zu erhaschen, indem er diesen
zeitlosen Prozess miterlebt.
Reisproduzenten
Reisproduzenten Weltweit
1.
Volksrepublik China
190 Mio.
Tonnen
2.
Indien
135 Mio. Tonnen
3.
Indonesien
51 Mio. Tonnen
4.
Vietnam
32 Mio. Tonnen
5.
Thailand
23 Mio. Tonnen
Wichtigster Exporteur ist Thailand (mehr als 7 Mio. t).
Dort ist der Reisverkauf bis heute Staats-monopol. Die
Regierung kauft ihn zu Festpreisen auf und lizenziert
den Reisexport. Die Export-abgaben finanzieren die
staatlich geförderten Bewässerungsprojekte und die
Freilandversuche zur Verbesserung der Anbaumethoden, der
Düngung und der Krankheitsverhütung.Die kleinen Reisbauern bilden das Rückgrat der
Produktion und sie sind meist auch Eigentümer des
bebauten Landes. Die Feldarbeit wird dennoch
gemeinschaftlich mit den Nachbarn des Dorfes
durchgeführt.