Traditionelle Thai Häuser sind dem Tropenklima
angepasst. Viele stehen zum Schutz auf Pfosten. steile
Dachschrägen lassen Regenwasser ablaufen. Natürliche
Materialien wie Hartholz, Bambus und getrocknetes
Blattwerk sorgen für luftige Kühle. Auch religiose
Vorstellungen kommen in der Anlage zum Ausdruck; so gilt
der innerste, meist zum Schlafen genutzte Raum als
Wohnsitz der Geister der Ahnen.
Traditionelle Häuser sind häufiger auf dem Land,
grössere Versionen aber auch in den Städten zu sehen.
Häuser des Nordens
Da es in
Nordthailand ziemlich kühl werden kann, fallen die
Fenster dort kleiner aus als andernorts. Um von der
wärme des Herdfeuers zu profitieren, gehen Küche und
Wohnbereich oft ineinander über. Die nach aussen
geneigten wände verleihen dem Bau elastische Stabilität.
In ländlicheren Regionen besitzen manche Häuser
strohgedeckte Dächer.
Typisch
für den Norden sind die Pfahlbauweise, eine offene
Frontveranda sowie schlichte oder verzierte Kalae, gegabelte Giebelaufsätze.
Häuser der Zentralebene
Hauptmerkmal
vieler traditioneller Häuser in der heissen Zentralebene
ist die zentrale, offene Veranda, die einen grossen Teil
des Jahres als luftiger Wohnbereich dient. Einige Häuser
besitzen an den Seiten des Hauptgebäudes überdachte
Veranden. Manchmal gruppieren sich mehrere Häuser um
eine Gemeinschaftsterrasse.
Ein recht junges Bauelement sind Trennwände aus Holz.
Die Giebel sind oft mit Ngao verziert, einem der
Khmer-Architektur entlehnten Schmuckelement.
Häuser im Wasser
Wassersiedlungen
findet man an Flüssen der Zentralebene und in Bangkoks
Frühzeit wimmelt es an den Khlong von "schwimmenden"
Ladenhäusern. In periodisch überfluteten Gebieten
erweisen sich solche Häuser als sinnvoll. Sie können an
Pfosten oder auf Bambusflössen stehen und sich so dem
Wasserstand anpassen. Häuser an Flussufern sind oft an
Pfosten verankert und können den Bewegungen des Wassers
nachgeben.
Königliche Häuser
Typisch
für Königliche Häuser und Villen ist die Kombination
traditioneller Tempel- und Hausbauweise mit westlichen
Elementen. Sie sind in der Regel aus Teakholz erbaut,
das ihnen ihr sattrotes Aussehen verleiht. Rahmen und
Giebel von Fenstern und Türen sind meist
verziehrt, zuweilen mit vergoldeten Bronzeornamenten.
Geisterhäuschen
Auf jedem
Grundstück haust ein Erdgeist, glauben die Thai. Um ihn
zu beschwichtigen, bauen Sie ihm eine Wohnung. Sie
steht, meist auf Pfosten, auf vielen Parzellen, sieht
aus wie ein Zwitter aus Puppenstube und Vogelhäuschen
und kommt in vielen Varianten daher, zum Beispiel als
simple Minikopie des zugehörigen Hauses oder als
kunstvolle Rekonstruktion eines Sakralbaus. Meist stellt
man es vor dem Bau des Wohn- oder Geschäftshauses auf.
Damit der
Erdgeist bei Laune bleibt, schmückt man es mit Gaben wie
Räucherstäbchen und Essen. Der Theravada-Buddhismus hat den Glauben an Naturgeister
nicht verdrängt. Vielmehr ist die Verehrung von Geistern
und Buddha selbstverständlicher Teil des Thai-Alltags.